Rotwein

Wein kaufen • Weinhändler vor Ort • Wein Online-Shops  

Rotwein

Aus roten Rebsorten zumeist mittels Mazeration vinifiziert, weist der in Eichenfässern bzw. Barriques gelagerte Wein einen hohen Alkoholgehalt bis 14 Prozent Volumsprozente und einen hohen Anteil an Tanninen, anders gesagt, Bitterstoffen, auf.

Der aus der lateinischen Sprache entlehnte Begriff 'Mazeration' bedeutet übersetzt 'einweichen'. Damit wird die Gewinnung von Extrakten durch das Ziehenlassen von Pflanzenteilen in Flüssigkeiten wie Alkohol, Öl oder Wasser im Rahmen der Maischegärung beschrieben. Zusätze von Kräutern, Blüten oder Früchte mit dem Ziel des Aromatisierens sind laut EU-Weinrecht gestattet. Wird zudem noch Wärme zugeführt, wird das Verfahren Digerieren genannt. Diese Technik wird sowohl bei Weiß- wie auch Rotweinen angewandt. Das Verfahren kann jedoch nur dann beginnen, wenn der Kontakt zwischen Beerenhäuten und Phenolen, Tanninen und Farbstoffen, welche lediglich in den Beerenhäuten vorhanden sind, mit alkoholhaltigem Most sehr hoch ist. Um dies zu gewährleisten, greifen Kellermeister auf unterschiedlichste Verfahren zurück.

Vornehmlich in warmen bis heißen Anbaugebieten, etwa dem Mittelmeerraum, in Nord- und Südamerika, in Südafrika und in Australien produziert, wird Rotwein in den Kategorien leicht, mittelschwer und schwer angeboten. In mildem Klima vinifiziert, wird er als frisch, zart und bisweilen auch als leicht empfunden. Zu den bekanntesten roten Sorten zählen Blauer Burgunder, Cabernet Sauvignon, Dornfelder, Limberger, Merlot und Portugieser. Die bekanntesten aus Deutschland stammenden Rotweine sind Sankt Laurent und Lemberger, auch Blaufränkischer genannt. In Österreich ist der Zweigelt ein beliebter Rotwein. Nicht zu vergessen, der italienische Chianti.

Die Rebsorte St. Laurent wurde erstmals 1860 in Österreich urkundlich erwähnt. In den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts nahm sie der deutsche Apotheker Johann Bronner von Frankreich nach Deutschland mit. Die Rebsorte fühlt sich auf kalkhaltigen, nicht zu schweren Böden besonders wohl. Aktuell sind in Deutschland knapp 700 ha mit dieser Rebsorte bestockt, wobei auf die Anbaugebiete Pfalz und Rheinhessen mit je knapp 300 ha der Löwenanteil entfällt. Weltweit wurden bisher etwa 3700 ha mit dieser Rebsorte bepflanzt. Reinsortig ausgebaut, glänzt er im Glas in kräftigem Rot, erfreut er mit Aromen wie Wildkirschen, Zwetschgen, schwarze Johannesbeeren sowie in Nuancen Bitterschokolade den Gaumen. Im langen, samtigen Abgang begeistert die harmonisch eingebundene Säure.

Die aus Österreich stammende Rebsorte Blaufränkischer wird in Deutschland unter der Bezeichnung Lemberger auf 1900 ha kultiviert, wobei der Hauptanteil mit ca. 1800 ha auf Baden-Württhemberg entfällt. Die geringsten Anteile sind entlang der Hessischen Bergstraße und der Mosel zu finden. Global betrachtet, wurden bisher 18000 ha mit dieser Rebsorte bepflanzt. Die besonders auf kalkhaltigen Böden besonders gut gedeihende Rebe ist gegen Winterfröste resistent, muss aber vor allem gegen die Rebkrankheit Mehltau geschützt werden. Im Holzfaß bzw. Barrique ausgebaut, begeistert er im Glas mit dunkelroter Färbung, feinster Säure und Aromen nach Kirschen und Waldbeeren.

Als Cuvée angeboten, beherbergt eine Flasche verschiedene rote Rebsorten aus unterschiedlichen Lagen. Die Bezeichnung Cuvée wurde aus dem französischen Begriff 'Cuve', welcher mit 'Bottich' oder Weinbehälter übersetzt werden kann, gebildet. Dementsprechend ist darunter eine bestimmte Menge Wein in einem Gefäß zu verstehen. Im Glas glänzt er meist in hellem Rot und erfreut mit zarten Aromen nach Beeren, welche auch seinen Abgang kennzeichnen. Gerbstoffe erweisen sich nicht in dem Maß ausgeprägt, wie es bei reinsortigem Ausbau der Fall ist.

Bei Roséwein handelt sich um hell- bzw. blassrötliche Weine. Weitere Bezeichnungen sind Rosato oder Chiaretto in Italien, Rosado in Spanien und Kretzer in Südtirol. Nach EU-Weinrecht ist die Bezeichnung Getränken vorbehalten, welche aus roten Trauben gekeltert wurden. Roséweine sind sehr hellfarbige Weine, welche wie Weißwein vinifiziert werden. Im deutschen Sprachgebrauch als grau bezeichnete Rebsorten wie der Grauer Burgunder oder Gewürztraminer, sind gemäß Weinrecht nicht zur Erzeugung von Roséweinen zugelassen. Rosé steht von der Herstellung her gesehen dem Weißwein näher als dem Rotwein und weist deutlich weniger Gerbstoffe als Rotwein auf.

Weinhandel Informationen - bei weinfachhandlung.de