Wein lagern

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Wein richtig lagern

Wein, den sie länger als ein paar Wochen lagern möchten, benötigt richtige Lagerbedingungen. Ideal sind natürlich Kellerräume mit einer möglichst gleichbleibenden Temperatur im Bereich zwischen 5 bis 18 °C, optimal sind 10 bis 12 °C. Je höher eine Lagertemperatur ist, desto schneller altern auch die Weine. Es kann dann mitunter passieren, dass ein Wein bereits anfängt abzubauen, ohne das er seinen potentiellen Höhepunkt erreicht hat. Bei einer kurzzeitigen Erwärmung besteht jedoch noch keine Gefahr für den Wein, allerdings bei ständigen Temperaturschwankungen kann er sich in den Flaschen ausdehnen und wieder zusammenziehen, schließlich leidet der Korken darunter und letztendlich beginnt der Wein um den Korken herum zu "weinen" und hinterlässt eine klebrige Anlagerung an der Kapsel. Natürlich dürfen auch neben dem Wein keine anderen geruchsbildenden Materialien gelagert werden, da Fremdgerüche schnell durch den Korken in die Flaschen eindringen können.

Neben der Temperatur ist auch die Luftfeuchtigkeit von Bedeutung. Der Korken kann bei zu trockener Luft austrocknen und bei zu feuchter leicht schimmeln. Ideal ist für die Lagerung eine Luftfeuchtigkeit zwischen 75 und 80 %.

Normalerweise versteht es sich von selbst, dass ein Keller dunkel ist und nicht ständig mit Sonnenlicht durchflutet wird. Besonders Weißweine und Schaumweine schadet Licht. Allerdings ist eine ausreichende Luftzirkulation wichtig, dass heißt der Kellerraum muss in Abständen gut durchlüftet werden. Die eingelagerten Weine vertragen keine größeren Erschütterungen, Sie sollten dies bei der Einrichtung eines Weinkellers bedenken, ungeeignet wäre eine Lagerung neben beispielsweise einer Bahntrasse oder auch in der Nähe befindlichen Haushaltsmaschinen.

Wein muss immer horizontal gelagert werden, denn er muss den Korken ständig umspülen, damit dieser nicht austrocknet und Sauerstoff in die Flaschen gelangen kann. Ausnahmen sind hier Sherry, Portweine, Weine mit Kronkorken und Schaumweine mit Kunststoffpfropfen, diese können stehend gelagert werden.

Bewährt zur Lagerung haben sich Regale. Im Handel werden sehr oft Holzregale angeboten, diese sollte man jedoch mit Vorsicht genießen, denn sie locken sehr schnell die so genannte Korkmotte an. Sie legt ihre Eier an den Korken ab und die Maden durchlöchern diesen dann schließlich. Man sollte daher Gestellen aus Stahl, Plastik oder Ton den Vorrang geben. Sollte es jedoch einmal zum Befall durch diese Schädlinge gekommen sein, hängen sie einfach klebrige Fliegen- Strips auf. Das Vorhandensein der Korkmotte macht sich durch Krümelkot an den Verschlusskappen bemerkbar, befallene Flaschen müssen umgehend aus dem Keller entfernt werden. Sie können den Korken zwar nicht mehr verwenden, aber der Wein sollte schnellstens getrunken werden.

Bei teuren Weinen, die Sie gern lagern möchten und Sie den Verdacht haben, dass der Korken leicht porös oder undicht ist, kann Abhilfe geschaffen werden, indem Sie den Flaschenhals in erwärmtes Stearin oder in Siegellack tauchen.

Wichtig ist auch, dass Sie Weine schnell finden, daher ist es angebracht, mit Aufklebern zu arbeiten.

Falls Sie keine Möglichkeit einer Kellerlagerung haben, besteht auch die Möglichkeit der Anschaffung eines Klimaschranks in verschiedenen Ausstattungen und Größen, indem es getrennte Temperaturzonen für Champagner, Weiß- und Rotweine gibt.

Bei aller Liebe zum Wein, sollten Sie aber beachten, dass nicht alle Weine unbegrenzt lagerbar sind. Die Lebensdauer eines Weines ist immer abhängig vom Säuregehalt, der Restsüße, dem Kohlensäuregehalt, dem Alkoholgehalt und dem Jahrgang. In der Regel reift junger Durchschnittswein in der Flasche weiter und erreicht dann nach 2 bis 3 Jahren seinen Höhepunkt, der Geschmack ist dann ausgeprägter und vielfältiger. Allerdings beginnt er dann nach dem Überschreiten dieses Zeitpunktes zu altern, das frische, zarte Bukett weicht der Altersfirne. Bei edlen Weinen ist dies sogar erwünscht, aber nicht alle Weine sind dafür prädestiniert. Bei solchen Rebensäften wird der Geschmack mit der Zeit dann eher lahm und müde, man sagt "sie sind fertig".

Generell sollten kleine Weine mit wenig Körper wie Beaujolais primeur, Heuriger oder auch Tisch- und Tafelweine schnell getrunken werden. Kabinett-Weine, Beaujolais Villages und DOC-Weine aus Italien können nach ein bis drei Jahren Flaschenreife noch an Geschmack gewinnen. Hingegen erreichen Spätlesen, leichte Bordeaux- und Burgunderweine und Rotweine von der Rhóne nach drei bis fünf Jahre eine hervorragende Qualität. Spitzenweine wie schwere Rotweine aus dem Médoc, französische Prémiers und Grand Crus, DOCG-Weine aus Italien, Auslesen, Beerenauslesen und Reservas bzw. Gran reservas aus der Rioja sollten unter fünf Jahre nicht geöffnet werden. Mitunter dauert ihre Reifezeit noch länger, 20 Jahre sind hier keine Seltenheit.

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