Weinprobe

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Weinprobe oder Degustation: Weinverkostung in geselliger Runde

Weinproben sind reine "Übungssache". Zu einem Weinkenner werden Sie nur durch eine regelmäßige Verkostung von unterschiedlichen Weinen, denn kein noch so gutes Buch kann den einzigartigen Geschmack eines Weines vermitteln, die Regel lautet hier einfach "Probieren geht über Studieren". Im Laufe der Zeit entwickeln Sie dann die Fähigkeit Ihre Sinne richtig zu gebrauchen, Ihre Empfindungen des Sehens, Riechens, Schmeckens und auch Berührens, was Sie beim Probieren erlebt haben, richtig zu interpretieren. Normalerweise kann jeder ein guter Weinkenner werden, denn Wein verkosten ist nicht in erster Linie eine reine natürliche Begabung, sondern beruht viel mehr auf der Praxis.

Bei einer Weinprobe oder auch Degustation besteht der erste Schritt darin, die Farbe zu prüfen, dann den Geruch und schließlich den Geschmack. Die Eindrücke werden unter Aussehen, Nase und Gaumen notiert.

Ein Probierglas muss klar, schlicht, sich nach oben verjüngend sein und ein Fassungsvermögen von 200 bis 330 ml besitzen. Es wird nur halbvoll gefüllt. Die Trinktemperatur für Rotwein liegt zwischen 18 und 20 °C und bei Weißwein zwischen 12 und 14 °C, allerdings sollte die Temperatur beim Probieren 1 bis 2 Grad höher liegen, damit sich das Bukett auch voll entfalten kann und auch kleine Fehler und Nebengeschmäcke sich so leichter feststellen lassen. Der Ort für eine Verkostung sollte frei von aufdringlichen Gerüchen sein. Eine generelle Reihenfolge bei den Weinen gibt es nicht, aber im Prinzip: Weiß vor Rot, Trocken vor Süß, Leicht vor Schwer und Schwächer vor Größer. Bei der Verkostung mehrerer Jahrgänge reicht man immer den jüngeren vor dem älteren Wein. Daneben sollte immer etwas trockenes Brot und Wasser bereitstehen, um den Gaumen zwischendurch zu erfrischen.

Das Aussehen des Weines verrät schon Menge über seine Qualität, Konzentration und Reife. Halten Sie dazu das Glas am Stiel oder Fuß fest und leicht geneigt von sich weg gegen Licht oder einen weißen Hintergrund, so erhalten Sie den ersten Eindruck hinsichtlich der Klarheit und Farbintensität, wobei feine Weine einen unübersehbaren Glanz und Schimmer aufweisen. Auch das Alter lässt sich an der Farbe erahnen, besonders gealterte Weißweine gewinnen an Farbe, von einem hellen Gelb der Jugend über Strohgelb, Dunkelgelb, Goldtöne bis zu Bernstein. Hingegen verlieren Rotweine an "Röte", in der Jugend weisen sie noch ein leuchtendes Purpur auf, mit der Zeit werden sie dann rubinrot, braunrot und schließlich mahagonifarben im Alter. Daneben vermittelt der Farbsaum am Glas eine Vorstellung über die Reife. Je brauner oder ziegelroter er ist, desto älter und trinkreifer ist der Wein.

Nach der Farbprüfung riechen Sie kurz in das Glas hinein, schwenken es dann leicht und halten es schräg ins Licht. An den Seiten bilden sich dann mehr oder weniger große "Tränen", die langsam oder schneller herunterlaufen. Die Viskosität gibt hier erste Auskünfte über die Gewichtigkeit und Reichhaltigkeit eines Weines, je reichhaltiger und alkoholhaltiger er ist, desto deutlicher sind die Schlieren auf der Glasinnenseite.

Nun schwenken Sie nochmals das Glas vorsichtig und riechen in den Kelch hinein, aber nicht zu kräftig und zu lange. Halten Sie vielmehr einen Augenblick inne und riechen Sie dann erneut. Die Geruchseindrücke werden allgemein als Nase bezeichnet, Verwendung finden hier aber auch die Begriffe Aroma und Bukett. Die Aromen reichen von blumig, würzig über fruchtig, pflanzlich, tierisch, waldartig bis gebrannt, chemisch und mineralisch. Bei einer Weinbeurteilung ist der Geruchssinn am wichtigsten, denn was wir "schmecken" wird größtenteils über die Nase wahrgenommen.

Endlich kommt es nun zum Probieren des Weines. Dazu nehmen Sie einen ordentlichen Schluck, so dass der Mund zu einem Drittel befüllt ist. Sofort nimmt die Zunge die Geschmacksrichtungen wahr: Süße an der Spitze, Säure an den Seiten und Bitterkeit am Zungengrund. Durch die fast geschlossenen Lippen ziehen Sie dann etwas Luft ein, um den Wein zu "belüften" und "kauen" ihn einige Sekunden, so dass alle Teile des Mundes, Zunge, Gaumen, Wangen und Zahnfleisch benetzt werden. Nach einigen Momenten können Sie nun den Geschmack, der sich im Mund entwickelt, identifizieren. Ein kräftiger, ausdrucksstarker Wein zeichnet sich durch einen lang anhaltenden Nachgeschmack, der noch einige Zeit auf der Zunge "steht", wenn der Wein bereits hinuntergeschluckt wurde, aus. Dieser Eindruck ist als "Schwanz" oder "Abgang" bekannt.

Bei einer "richtigen" Verkostung ist das anschließende Ausspucken ein Muss, hier genügt ein kleines Behältnis. Allerdings wenn man den Wein trinken möchte, gibt es keinen Grund ihn auszuspucken.

Eine besondere Herausforderung ist eine Blindverkostung, die Flasche und das Etikett werden dabei verhüllt. Jeder kann nun ohne jegliche Vorurteile eine eigene Meinung über den Wein feststellen und auch ausdrücken.

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